Die selbstherrliche Art mit der dem sogenannten "Mündigen-Bürger" in Berlin und Umgebung
über das Maul gefahren wird, hat mich bewogen, dem Herrn Regierenden Bürgermeister einen kleinen
Brief zu schreiben.

Zu meinem Erstaunen kam schon am Samstag, den 05.03.2011 eine voläufige Antwort, mit dem Hinweis auf eine endgültige Nachricht die auch nicht lange auf sich warten liess. Eine Abschrift finden sie unter meinem Brief. Sehr seicht die Antwort, oder?!




Der Regierende Bürgermeister von Berlin
- Senatskanzlei -

Jüdenstrasse 1
10178 Berlin




Erinnerung an demokratische Verhaltensweisen


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

nicht nur unser "Volksbildungsblatt", die BZ, übt Kritik an Ihrem Regierungsstil, sondern vielen
Bürgern ist Ihr selbstherrlicher Umgang mit der, von uns an Sie übertragenen Macht, ein Dorn im
Auge.

Die Schliessung des Flughafens Tempelhof, gegen den Willen der meisten Berliner, kann ich noch
nachvollziehen. Eine Katastrophe durch abstürzende Flugzeuge in einem dichtbebauten
Stadtteil liegt im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft.
Ob Sie soweit gedacht haben, als Sie den Flugplatz schließen ließen, ist zweifelhaft - politische Gründe
traut man Ihnen da eher zu.

Die Verhinderung der sinnvollen Nutzung des Flugplatzes deutet daraufhin, dass Sie wieder
einmal Ihren Kopf durchsetzen wollten.

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest gehört einfach auf den Flugplatz Tempelhof!

Das Harley-Treffen, wäre dort auch sehr gut untergebracht!

Als Steigbügelhalter sind wir jedesmal vor einer Wahl gut genug. Sitzt der Reiter dann im Sattel
meint er frech werden zu können. Wählerwille, was ist das? Das sollte sich künftig ändern!

In der Hoffnung, dass sich endlich mal (wieder) ein paar noch nicht eingeschüchterte Menschen
(Studenten?) finden, die Ihnen und den anderen Mitgliedern Ihres Senats die Grenzen aufzeigen,
verbleibe ich,

mit freundlichen Grüssen

Norbert Helbig




Antwort aus der Senatskanzlei

Sehr geehrter Herr Helbig,

auf der Grundlage meiner Überprüfung zu Ihrem Vorschlag, das Deutsch-Amerikanische-Volksfest auf dem ehemaligen Flugplatz Tempelhof stattfinden zu lassen, möchte ich Sie nachfolgend über das Ergebnis unterrichten.

In den letzten Monaten gab es hinsichtlich dieser Problematik mehrere Gespräche mit der Senatskanzlei und Vertretern des Schaustellerverbandes. Ebenso hat sich der Aufsichtsrat der Tempelhof Projekt GmbH mit dem Thema befasst.

Eine eingehende Prüfung hat ergeben, dass der ehemalige Flugplatz Tempelhof aus verschiedenen Gründen als Gelände für das Deutsch-Amerikanische-Volksfest nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Das Tempelhofer Feld soll künftig Nutzungen aufnehmen, die seiner historischen Bedeutung gerecht werden. Eine Alternative zum bisher genutzten Festgelände an der Clayallee stellt der ehem. Flugplatz nicht dar, da z.B. Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen sind, die Durchführung eines Volksfestes mit dem berechtigten Lärmschutzinteresse der Anwohner kollidiert, es schwer vermittelbar wäre diese Ausnahmeregelung nicht auch auf ähnliche Anfragen zu übertragen usw.

Standortalternativen wurden bereits vorgeschlagen, die allerdings noch durch die Vertreter des Schaustellergewerbes geprüft werden. Ein Ergebnis bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch abzuwarten.

Leider kann ich Ihnen nichts Günstigeres mitteilen. Dennoch hoffe ich, dass ich ein wenig zum Verständnis und zur Klärung Ihres Anliegens beitragen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Beyer

Der Regierende Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Bürgerberatung Frau Beyer - III CB3 - Berliner Rathaus 10178 Berlin

Tel.: 030/9026-2367 Fax: 030/9026-2370 E-Mail: buergerberatung@senatskanzlei.berlin.de